|
Wege
zur Inspiration
Mai 2012
Die Menschenliebe ist das Herz des
Menschen, die Pflicht sein Weg. Den Weg aus den Augen
verlieren und nicht wissen, wo man es suchen soll: Wie
traurig ist das doch. Gehen dem Menschen Hühner und
Hunde verloren, so weiß er, wo er sie suchen soll. Geht
ihm sein Herz verloren, so weiß er nicht, wo er es
suchen soll! Die Bildung hat keinen andern Zweck als
den, das verloren gegangene Herz zu suchen.
Mengtse
Passionszeit / Fastenzeit
2012
Paradox
Manches im Leben ist paradox.
Manchmal muss ich meine Ziele loslassen,
damit Veränderung geschehen kann.
Manchmal führt Krankheit zu einer besseren
Lebensqualität.
Manchmal muss jemand streng und abweisend
sein – aus Liebe.
Manchmal finde ich Gott,
indem ich meine Vorstellung von Gott
aufgebe.
Sogar das gut durchdachte Gottesbild.
Manchmal kommt Auferstehung
und neues Leben aus einem elenden Tod.
Wie bei Jesus.
© Detlef Wendler
|
November Zeit:
Wollen wir uns über die Zeiten beklagen?
Nicht die Zeiten sind gut oder schlecht.
Wie wir sind, so sind auch die Zeiten.
Jeder schafft sich selber seine Zeit!
Lebt er gut, so ist auch die Zeit gut, die ihn
umgibt!
Ringen wir mit der Zeit, gestalten wir sie!
Und aus allen Zeiten werden heilige Zeiten.
Aurelius Augustinus
Sommer 2011
Energie
und Dynamik
Das Auftreten Jesu ist
aufgeladen mit Energie und Dynamik. Das ist es, was
Menschen aus allen Städten und Dörfern anlockt. Sie
wollen ihn hören, sehen, einfach in seiner Nähe sein.
Sie haben alles liegen und stehen lassen und denken
nicht einmal mehr an Hunger und Essen. Es muss etwas
Faszinierendes an ihm sein. Am Ende der Bergpredigt
steht: »sie waren hingerissen von seiner Lehre«
(Matthäus 7, 28). Was er sagt und vor allem wie er es
sagt, ist so erfrischend neu, so aufregend und
wohltuend. Die Zuhörer fühlen sich verstanden und
zugleich herausgefordert. Sie können ihm stundenlang
zuhören. Es schlägt ein. Das Leben wird dichter und
erfüllter. Sie spüren Lebendigkeit, Nähe und Freiheit
zugleich. Das allgemeine Echo ist: »Er redet wie einer,
der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten«
(Markus 1, 22).
© Guido Kreppold - Aus: Guido Kreppold:
Nachfolge, von ihrem Glanz, der verloren ging,
Münsterschwarzach 2010
17.07.2011
Kontemplation ist das Erwachen
zur Gegenwart Gottes
im Herzen des Menschen
und im uns umgebenden Universum.
Kontemplation ist:
Erkenntnis im Zustand von Liebe.
Bede Griffiths
19.05.2011
Wie ist das mit der Liebe? Wir zeichnen
zwei Personen auf Papier und möchten darstellen, dass
sie sich lieben. Wie tun wir das? Am ehesten doch so,
dass sich die beiden ansehen. Wir nehmen zwei Puppen und
halten sie vis-à-vis, wenn wir zeigen wollen, dass sie
sich lieben. Der französische Schriftsteller Antoine de
Saint-Exupéry sah das anders:
"Liebe besteht nicht darin, dass man
einander ansieht, sondern dass man in die gleiche
Richtung sieht."
Aus: Antoine de Saint-Exupéry, Der
kleine Prinz. © Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 1976
Mit dem Ansehen kann Liebe anfangen. Aber
später ist das Ansehen nur eine Unterbrechung im
Geradeaussehen, eine Vergewisserung, dass ich nicht
allein nach vorn sehe, auf das, was vor uns liegt.
Wissen Sie, wer mit Ihnen geradeaus sieht? Ich wünsche
es Ihnen. Und: Einen guten Tag.
© Wolfgang Fietkau, Kleinmachnow
01.05.2011
Verantwortung
Verantwortung übernehmen
für das eigene Leben.
Verantwortung übernehmen
für das eigene Handeln.
Verantwortung übernehmen
für den eigenen Körper.
Sich der Verantwortung bewusst werden –
mutig dafür einzustehen.
Die Freiheit spüren –
diese Verantwortung leben zu dürfen.
Sich dabei selbst für gemachte Fehler
vergeben
und darüber lachen zu können.
© Christina Kaiser
Anfang April 2011 (Fastenzeit /
Passionszeit)
Ein Leben in dieser Welt
ganz ohne Leid oder Kreuz ist nicht vorstellbar. Sowohl
körperliche Schmerzen als auch seelisches Leid können
einen Menschen an den Rand seiner Existenz führen und –
wenn er nicht den geringsten Halt in Gott hat – sogar
dazu bewegen, sich selbst das Leben zu nehmen. In Jesus
Christus ist Gott Mensch geworden, um uns in allem, was
unser Leben ausmacht, nahe zu sein und beizustehen. Er
bietet uns an, wenn wir uns ihm gegenüber öffnen, das
uns auferlegte Kreuz mit zu tragen. Wo und in welcher
Religion – außer dem Christentum – findest du den, der
aus liebendem Herzen dazu bereit ist? Mit der Hingabe an
ihn legst du dein Kreuz und alles, was dich bedrückt, in
seine Hände. Hier erfüllt sich das Wort Jesu vom
Verlieren des Lebens, um es durchstrahlt von der Liebe
Gottes neu zu empfangen. Damit wandelt er auch das dir
auferlegte Kreuz und macht es leicht. Selbst wenn du es
vielleicht noch als Unheil ansiehst, ist dir bereits mit
dem Kreuz, von Gottes anziehender Liebe durchflutet,
Hoffnung und Heil gegeben.
© Peter Dyckhoff, nach einem Text aus
seinem Buch:
365 Tage im Licht der Liebe
28.02.2011
© Peter Dyckhoff, nach einem Text aus
seinem Buch: 365 Tage im Licht der Liebe. Geistlich
leben nach Johannes vom Kreuz. Herder 2007
Wenn ich im Gebet mich
selbst aufgebe, meine Gefühle, meine Gedanken und
Vorstellungen, meine Wünsche und Erwartungen, dann
kommst du mir mit deiner Liebe und deiner Gnade
entgegen. Mein Herz wird weit und meine Seele licht. In
diesem Licht zeigst du mir, was ich bin, was ich war,
woher ich kam und wohin ich gehe. Bleibe ich mir dagegen
selbst überlassen dann wäre ich nichts und mein Leben
hätte weder Sinn, noch gäbe es ein Ziel. Du wendest dich
mir zu, und mein Leben erhält Sinn; du zeigst mir den
Weg, der zum Ziel führt, das ich in meinem Herzen trage.
Du schaust mich an, und sogleich strömt mir neue
Lebenskraft zu und Freude erfüllt mich. Wie ist es nur
trotz meiner vielen Fehler möglich, dass ich mich so
liebevoll von dir angenommen fühle?
Manchmal braucht es
einfach nur ein Erlebnis als Auslöser für kreative Ideen
oder originelle Einfälle die unserem Leben und Glauben
neuen Schwung und Tatkraft geben. Das kann eine
Begegnung mit anderen Menschen, eine Reise, ein Traum,
ein Buch, ein Zitat oder auch ein Bibeltext sein.
Das alles wird demnächst
auf dieser Seite in völlig unregelmäßigen Abständen
seinen Platz finden.
28.11.2010
Erster Advent 2010
Advent, Zeit der
Erwartungen und Wünsche. „Hauptsache gesund“, so hört
man oft als einzigen Wunsch, doch „Gesundheit alleine
ist kein Wert an sich, vor allem kein Lebensinhalt“, so
die Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Annelie Keil. Wir
dürfen und sollen uns also mehr vom Leben wünschen, doch
was?
In der Geschichte „Die
Zauberschule“ von Michael Ende, müssen sich die Kinder
die bei ihrem Lehrer, Herrn Silber, das Wünschen lernen
sollen, eine dreifach gegliederte Regel der Wunschkraft
einprägen:
-
Du kannst dir nur wirklich wünschen, was du für
möglich hältst.
-
Du kannst nur das für
möglich halten, was zu deiner Geschichte gehört.
-
Nur das gehört zu
deiner Geschichte, was du dir in Wahrheit wünschst.
In diesem Sinne, gute
Wünsche für Sie/Dich in der Advents- und Weihnachtszeit!
Team CB
20.09.2010
Noch ist
Nacht
Ein alter Rabbi (Lehrer)
fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt,
in der die Nacht endet und der Tag beginnt. „Ist es,
wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf
unterscheiden kann?“ fragte einer der Schüler. „Nein“,
sagte der Rabbi. „Ist es, wenn man von weitem einen
Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?“ fragte
ein anderer. „Nein“, sagte der Rabbi. „Aber wann ist es
dann?“ fragten die Schüler. - Es ist dann, wenn du in
das Gesicht irgend eines Menschen blicken kannst und
deine Schwester oder deinen Bruder siehst. Bis dahin ist
die Nacht noch bei uns“.

Refugium
06.02.2010
Frieden haben heißt
sich getragen wissen, sich geliebt wissen, sich behütet
wissen, heißt still, ganz still werden können, mit einem
Menschen Frieden haben heißt auf seine Treue
unerschütterlich bauen können, heißt sich mit ihm eins
wissen, sich von ihm vergeben wissen.
Frieden haben heißt eine
Heimat haben in der Unruhe der Welt, heißt festen Boden
unter den Füßen haben, da mag nun die Welle branden und
toben, sie können mir meinen Frieden nicht mehr rauben,
mein Friede hat mich frei gemacht von der Welt, stark
gemacht gegen die Welt, reif gemacht für die andere
Welt.
Dass wir aber solchen
Frieden mit Gott haben sollen, das ist eine Sache, die
über alles menschliche Begreifen über alle Vernunft
geht.
Dietrich Bonhoeffer
|
|